Schon fast so traditionell wie Weihnachten und Oster ist das Skiweekend vom STV Kirchberg. Am Wochenende um den 24./ 25. März machten sich der schneehungrige Teil des Vereins auf nach Tschiertschen im Kanton Graubünden.
Viele Turnerinnen und Turner wagten sich schon früh am Samstagmorgen mit Ski und Snowboard auf dem Autodach Richtung Tschiertschen. Nach der sportlichen Fahrt wurde zuerst die Unterkunft mit dem sinnigen Namen „Pension Sumpfhuesli“ bezogen. Schon hierbei durften einige Bekanntschaft machen mit der etwas eigenen Art Tschiertschener Gastfreundschaft.
Nachdem Zahnbürste und Lippenstift im Sumpfhuesli abgeladen waren, wurde das Board oder die Skis unter die Füsse geschnallt und losgebrettert. Die Sicht war am Samstag durch den Nebel ein wenig eingeschränkt. Aber mit den modernen Skibrillen ist das ja keine Ausrede mehr, um verfrüht in die Beiz zu kriechen. Wenn ich Gähwil nicht kennen täte, so würde ich behaupten Tschiertschen sei das kleinste Skigebiet der Schweiz. Aber auch im zweitkleinsten fuhr man sich ab und zu über den Weg und es wurde zu einem echten Vereinsanlass. Und wen man auf der Piste nicht traf, den traf man in der Beiz. Diese wurde für einen kleinen Mittagsrast auch gerne aufgesucht, bevor es an die Nachmittagsabfahrten ging. Es darf erwähnt werden, dass einige geniale Ideen vom Snowboardleiter D. G.* nicht dermassen genial waren. So ist es ab und zu vorgekommen, dass anstelle einer herrlichen Tiefschneeabfahrt ein Fussmarsch anstand. Auch das eine oder andere Schneesportgerät trug vereinzelt Krätze als Souvenir nach Hause.
Als sich alle die Bretter wund gefahren hatten, machte man sich an einen anderen, nicht minder wichtigen Bestandteil eines Skitages: den Aprés-Ski. Auch in diesem Teil konnte sich unser Verein gut in Szene setzen. Wie vorab erwähnt, hatten schon einige Bekanntschaft gemacht mit der Tschiertschener Gastfreundschaft und so noch den genauen Wortlaut der etwas raueren und etwas älteren Besitzerin der Pension in den Ohren: „I erwarte alli am halbi Siebni putzt und gschriglät im Esssaal und Verpötig mag i gar nöd.“ Keiner wollte daher zu spät kommen und so verliess man gewollt oder ungewollt den Aprés-Ski und begann sich herzurichten für Nachtessen und den anschliessenden Ausgang.
Das Nachtessen ging mehr oder weniger gesittet zu und her. Es mag solche geben, die es anders in Erinnerung haben, aber ein bisschen Comedy zum Essen hat noch niemandem geschadet. Die hungrigen Turnermäuler wurden mit Salat, Suppe, Reis und Fleisch, und einem Dessert verköstig. Das Dessert gab es natürlich nur, weil alle so artig pünktlich waren. Nach dem Essen zog es viele zu einer Tanzveranstaltung im Hotel Alpina. Jung und Jünger schwang das Tanzbein, wobei auch die Lokalbevölkerung miteinbezogen wurde.
Nach dem eifrigen Tanzen versammelte sich der Turnverein in einem UGO (Undefinierbares Gastronomie Objekt), wo fleissig weitergetanzt und auch der letzte Durst gelöscht wurde. Auch in diesem Lokal wurde die Lokalbevölkerung miteinbezogen, aber auf eine weniger nette Weise. Einige verliessen das Lokal früher, andere später, aber irgendwann fand jeder seinen Schlaf.
Für einmal hatte die Morgenstunde wirklich Gold im Munde. Die Sonne zwang uns aus den Federn und nach einem kurzen Halt am Frühstückstisch fand man sich auf der Skipiste wieder. Das Wetter war, man kann es nicht anders ausdrücken: ein Traum. So verbrachten alle den Sonntag unter prächtiger Sonne, entweder auf oder neben der Piste. Da es fast keine Leute auf der Piste hatte, musste man im Restaurant eine grössere Geduld an den Tag legen. Der bereits erwähnte D.G.* musste sein Cola drei Mal bestellen bis er es endlich erhielt. Aber ein Geduldsbaron wie unser D.G.* ist, machte es ihm natürlich nichts aus.
Nachdem die Sonne fast den ganzen Schnee und unsere Energie aufgefressen hatte, traten wir den Heimweg an. Müde, aber zufrieden und mit Vorfreude auf das nächste Skiweekend.
Im Name der Turnerschar möchte ich mich für die Organisation bedanken.
Sebi Keller
*Name nicht nur der Redaktion bekannt.